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Gibt es 925er Gold oder handelt es sich um Silber? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer
Gibt es 925er Gold oder handelt es sich um Silber

Die Kurzfassung

Nein, bei 925er Gold handelt es sich nicht um echtes Gold. Doch worum handelt es sich dann?




Das Prägungssystem erklärt

Die Prägungen, auch Punzierung oder Punze genannt, bei Schmuckstücken steht für den Feingehalt des Edelmetalls in Tausendstel. Somit gibt es diese Prägungen nur auf Schmuckstücken oder anderen Erzeugnissen, die aus Edelmetallen wie beispielsweise Gold, Silber und Platin gefertigt wurden.

Reines Gold würde mit einer 999er Prägung ausgezeichnet werden, was etwa 99,9 % entspricht. Diese Prägung findet man eigentlich nur auf Barren oder Münzen, da Gold für den Schmiedeprozess von Schmuck zu weich ist und somit nicht verwendet werden kann.

Die geläufigsten Prägungen

In Deutschland sind die geläufigsten Prägungen für Goldschmuck 333, 585 und 750. Somit ist der niedrigste Goldgehalt bei 33,3 % und der höchste bei knapp 75,0 %. Die fehlenden Prozente werden mit anderen Metallen wie zum Beispiel Kupfer und Silber vervollständigt.




Die wohl bekannteste Prägung bei Silber ist die 925er Punze. Dieses Silber ist auch als Sterlingsilber bekannt. Aber auch die Prägungen 800, 830, 835, 900, 935 und 999 sind geläufig.

Bei Platin sind die Prägungen etwas übersichtlicher. Hier gibt es nur die Punzen 585, 750 und 950. Bei der Schmuckherstellung wird allerdings fast ausschließlich 950 verwendet.

Punzen in Lot – Häufig bei altem Schmuck!

Bis etwa 1857 wurde der Feingehalt in Edelmetallen in Lot angegeben. Dementsprechend sind Prägungen auf älteren Schmuckstücken, die zu dieser Zeit geschmiedet wurden, in Lot angegeben. Insgesamt wurden 16 Lotverhältnisse unterteilt. Den Edelmetallgehalt kann man ganz einfach errechnen, indem man die eingeprägte Lot-Zahl durch 16 teilt. Damit hätte beispielsweise ein Silberring mit einer 12-Lot Prägung einen Silbergehalt von 75 %, da 12/16 auf 3/4 gekürzt werden kann und somit 75 % entspricht.

Andere Länder – Andere Sitten

Die Punzierung von Edelmetallerzeugnissen ist nicht einheitlich geregelt. Außerhalb von Deutschland ist sie meist sogar noch ausführlicher. Anders als in Deutschland gibt es in vielen Ländern mehrere Testinstanzen, die Prägungen auf ihre Richtigkeit kontrollieren. Daher findet man bei Schmuckstücken aus England, Frankreich und den Niederlanden neben dem Feingehalt zusätzlich noch die Testbehörde und das Herstellungsjahr.

In anderen Ländern, in denen es keine gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen gibt, wird unter anderem ein Hybridsystem angewendet. Hier können die Edelmetallerzeugnisse von einer staatlichen oder einer vom Staat beauftragten Stelle zusätzlich eine Punzierung erhalten. Diese zusätzliche Prägung ist ein Zeichen für eine besondere gesetzliche Qualitätsgarantie.

Oftmals wird in anderen Ländern der Feingehalt in Karat angegeben. Allerdings hat die Angabe von Karat bei Edelmetallen nichts mit dem Gewicht eines Edelsteines zu tun, welches ebenfalls in Karat gemessen wird. Ist also auf einem Goldring mit einem Diamanten die Punze 8K oder 8Ct vorhanden, so ist diese mit der 333er Punze zu vergleichen. Sie hat keinerlei Bedeutung für den aufgesetzten Diamanten.

Vorsicht vor Betrügern

Vor allem auf Autobahnen oder am Straßenrand versuchen häufig Trickbetrüger ihr Glück und versuchen, ahnungslosen Personen ihr Autobahngold anzudrehen. Dabei wird sehr geschickt an die Hilfsbereitschaft und das Mitleid der Menschen appelliert. Vorsicht ist hier geboten, da die Trickbetrüger eine durchaus gute Schauspielarbeit an den Tag legen können. Von Geschichten, dass das Auto plötzlich kaputt sei und das Geld nun nicht reiche bis hin zu Erzählungen von einem kürzlich verstorbenen Familienmitglied, welches nun zur Beerdigung ins Heimatland geholt werden soll, an Kreativität mangelt es solchen Menschen nicht. Oft werden diese Erzählungen dann damit unterstützt, dass die Trickbetrüger auf die Tränendrüse drücken und einen äußerst wertvollen Familienschatz anbieten, von dem sie sich nur schweren Herzens trennen können. Eine gefälschte Prägung soll den Wert des Schmuckstücks noch unterstreichen. Hier ist es am besten, wenn man mit einem gesunden Misstrauen herangeht und bei dem Verdacht, dass es sich um einen Trickbetrüger handelt, sogar die Polizei ruft.



Das Fazit

Nun nochmal zurück zur ursprünglichen Frage: Gibt es 925er Gold oder nicht? Die Antwort: Nein, bei einer 925er Prägung handelt es sich um Sterlingsilber. Ist das Schmuckstück goldfarben, so wurde das Silber entweder vergoldet oder plattiert.

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