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Was bedeutet Kaltmiete & Warmmiete? – Aufklärung, Unterschied

  • by Anatoli Bauer

Wer eine Wohnung mieten will, wird oft mit der Entscheidung Kaltmiete oder Warmmiete konfrontiert. Was aber ist das genau und was ist der Unterschied?

Definition Kaltmiete

Eine Wohnung in Kaltmiete mieten bedeutet, dass der Mietpreis sich auf die gesamte Wohnfläche in Quadratmeter bezieht, ohne dass anderweitige Nebenkosten mit einkalkuliert werden. Das heißt, die Miete wird auf die genutzte Nettowohnfläche bezahlt. Daher wird dieser Mietsatz auch als Grundmiete bezeichnet.

Berechnung der Nettowohnfläche

Aufzupassen ist jedoch bei der Berechnung der Wohnfläche. Da dies leider nicht eindeutig geregelt ist, muss dies vorab mit dem Vermieter genau geklärt werden. Denn Nebenräume wie Keller, Garage oder Dachboden sind laut Gesetz nicht zur Nettowohnfläche hinzuzuzählen wohingegen Terrassen sehr wohl als Wohnfläche gelten können.

Neben der Anzahl der Quadratmeter wird zur Berechnung der Miete auch der regionale Mietzins und ortsübliche Vergleichsmietzinssatz herangezogen. Nicht zu vergessen sind folgende Faktoren, welche wesentlich zur Höhe der Miete beitragen:

  • Lage der Wohnung (exklusive Zone oder außerhalb)
  • Baujahr des Gebäudes (je nach Alter oder Neubau variiert der Mietpreis)
  • Zustand der Wohnung (neu, renoviert, alt, renovierungsbedürftig)

Je nach Einstufung und Berücksichtigung der verschiedenen Werte ergibt sich dann der effektive Mietsatz, der letztendlich über oder auch unter dem allgemeinen Mietdurchschnitt liegen kann.

Wichtig zu wissen

Sollte die Berechnung der Kaltmiete nicht korrekt durchgeführt worden sein, hat der Mieter das Recht, rückwirkend Einspruch zu erheben und eine Mietverminderung zu beantragen. Die Verjährung des Anspruchs setzt mit dem ersten Tag der Kenntnis der Unrechtsmäßigkeit ein.
Vermieter und Mieter sollten sich daher vorab vergewissern, in welche Kategorie das Mietobjekt fällt und die Berechnung genauestens prüfen, um unschöne Überraschungen zu vermeiden.

Definition Warmmiete

Bei der Warmmiete handelt es sich um den Mietpreis der gesamten Nettowohnfläche inklusive aller Nebenkosten. Daher wird diese Mietart auch als Bruttomiete bezeichnet und sie entspricht der gesamten Geldleistung, die der Mieter dem Vermieter zu bezahlen hat.

Auflistung der Nebenkosten

Folgende Nebenkosten sind bei Akzeptanz der Warmmiete inbegriffen:

  • Heizung
  • Warmwasser
  • Abwasser
  • Müllentsorgung
  • Gartenpflege
  • Hausmeisterarbeiten
  • Straßenreinigung

Vorauszahlung der Nebenkosten

Bestimmte Nebenkosten wie Heizung oder Warmwasserverbrauch werden vom Vermieter mit einer Vorauszahlung angegeben, die Differenz wird vom Mieter bei Erhalt des effektiven Heiz und Warmwasserverbrauchs nachgezahlt.

Bei geforderten Vorauszahlungen von Nebenkosten muss besondere Sorgfalt angewandt werden. Es kann vorkommen, dass Vermieter den zu vorauszubezahlenden Betrag niedrig ansetzen, die eigentliche Abrechnung der Kosten jedoch eine viel höhere Nachzahlung beinhaltet. Daher sollten sich Mieter stets eine Betriebskostenaufstellung der letzten Monate oder des letzten Jahres zum Vergleich geben lassen.

Wichtig zu wissen:

Nicht alle Nebenkosten sind in der Warmmiete beinhaltet. Für Stromverbrauch oder Internetanschluss muss der Mieter jeweils selbst aufkommen. Kabelanschluss kann beinhaltet sein, muss aber nicht in der allgemeinen Warmmiete inbegriffen sein.
Hingegen sind Instandhaltungsarbeiten und Verwaltungskosten immer zu Lasten des Vermieters und können nicht auf den Mieter abgewälzt werden.
Genauso ist es wichtig zu wissen, dass der Mieter nur diejenigen Nebenkosten trägt, welche im Mietvertrag als solche ausgewiesen worden sind. Der Vertrag muss auch als Warmmiete aufgesetzt worden sein, andernfalls ist der Mieter nur verpflichtet die Grundmiete sprich Kaltmiete zu bezahlen.

Unterschied der beiden Mietarten

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kaltmiete das Überlassen der Wohnfläche beinhaltet wohingegen die Warmmiete die Kaltmiete inklusive Nebenkosten beinhaltet. Die Warmmiete ist daher höher als die Kaltmiete, da hierbei auch die Betriebskosten anfallen.
Welche Mietart zu bevorzugen ist, kann nicht pauschal gesagt werden, da wie bereits hier geschrieben verschiedenen Faktoren ausschlaggebend sind. Wichtig jedoch ist im jeden Fall, egal ob man einen Kalt- oder Warmmietvertrag aufsetzt oder unterschreibt, dabei größte Sorgfalt walten zu lassen und diesen genauestens auf Fehlerquellen zu prüfen.

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