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Was ist eine WG? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

  • by Anatoli Bauer

WG ist das Kürzel für Wohngruppe. Das ist eine Gruppe aus Freunden, Bekannten oder Fremden, die zusammen in einer Wohnung oder in einem Haus wohnen und sich die Kosten für die Immobilie teilen. Wohngruppen kommen zustande, weil in manchen deutschen Bezirken ausreichend Wohnraum fehlt oder die Mieten zu hoch sind. Es gibt verschiedene WGs, zu unterscheiden sind die von Jugendwohngruppen der sozialen Einrichtungen.

Wohngruppe oder Wohngemeinschaft

Zwischen den Begriffen gibt es keinen Unterschied, sie bilden jeweils das Synonym für den anderen Begriff. Um eine Wohngruppe zu gründen, muss ein passende Immobilie bestehen. Eigentümer von Immobilien können die gesamte Immobilie an einen Mieter vermieten und der mit Erlaubnis des Vermieters einige Zimmer der Immobilie untervermietet oder der Vermieter vermietet jedes Zimmer einzeln. In einer Wohngemeinschaft gibt es also private Zimmer und gemeinsame Wohnbereiche. Zu den gemeinsamen Wohnbereichen zählen mindestens der Flur, die Küche und das Badezimmer. Einige Wohngruppen beschließen nicht alle Zimmer an Bewohner zu vermieten und nutzen stattdessen einen Raum als allgemeiner Aufenthaltsraum.

Hippie-WGs in Deutschland

Zur Hippie-Bewegung gründeten sich viele solcher Wohngemeinschaften. Einigen fehlte das Einkommen, andere wollten einfach mit anderen Menschen wohnen und nicht alleine. In WGs bilden sich oft familiäre Strukturen, wo jeder für den anderen sorgt. Zwar müssen grundsätzlich alle ihren finanziellen und sozialen Beitrag leisten, dafür wird aber keiner in der Not aus der WG ausgeschlossen. Ein weiterer Grund für die Bildung solcher Wohngemeinschaften sind dieselben Interessen. Es finden kulturelle Dialoge statt, viele besuchen gemeinsam Veranstaltungen oder werden kreativ und starten eine Aktion zum Gemeinwohl der Gesellschaft. Sie werden auch als Kommunen bezeichnet.

Studenten-WG in Studi-Städten

Wo eine oder mehrere Hochschulen und Universitäten sind, da ist der Bedarf an Wohnraum größer als in anderen Städten. Und genau das ist ein großer Mangel in Deutschland. Die Universitäten und Hochschulen bieten nur einen begrenzten Wohnraum an, wer keinen bekommt, der muss sich außerhalb nach einer geeigneten Unterkunft umsehen. Deshalb gründen mehrere Studenten gerne Wohngruppen, um die Lebenshaltungskosten nicht zu sprengen. Die meisten Studenten in den Wohngemeinschaften kennen sich vorher nicht. Das liegt daran, dass sich jeder für ein freies Zimmer bewirbt, ungeachtet was mit den anderen ist. Gibt es kein freies Zimmer mehr, dann begeben sich die Studierenden auf die Suche nach möglichen Mitbewohnern und gründen eine neue WG.

Senioren-WG immer beliebter

Alleine selbstständig wohnen, das ist der Wunsch aller alternden Menschen. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem der eine oder andere Senior nicht mehr alles selbstständig erledigen kann im Alltag. Oder Senioren haben keine Verwandten mehr und sind deshalb auf externe Hilfe angewiesen. Statt in eine teure Seniorenresidenz zu ziehen, die für viele nicht mehr bezahlbar ist, ziehen sie in Senioren-WGs, wo sich Senioren gegenseitig schützen und im Alltag unterstützen. Wer nicht fit genug ist und keiner Vollzeitpflege bedarf, der sollte sich frühzeitig nach einer Senioren-WG in der Nähe umsehen.

Wohngruppen sozialer Einrichtungen

Sozial-WGs sind nicht mit freiwilligen Wohngemeinschaften im Erwachsenenalter zu vergleichen. In Deutschland gibt es Wohngemeinschaften für Kinder und Jugendliche. Die jungen Menschen werden durch das Jugendamt betreut und in einigen Fällen beschließt das Familiengericht die Aufnahme in einer WG. Die Wohngruppen sind in der Regel nach Geschlechtern getrennt, weshalb auch die Bezeichnungen: Jungen-WG oder Mädchen-WG üblich sind. Nur wenige Wohngruppen sind gemischt. Veraltet ist die Bezeichnung Heim. Unter einem Heim verstehen heute noch viele Bürger:innen einen großen Saal mit Etagenbetten, wo die Kinder und Jugendlichen den ganzen Tag „verwahrt“ werden.

Wohngruppen sozialer Einrichtungen sind aber viel moderner. In der Regel teilen sich maximal zwei Bewohner ein Zimmer. Es gibt Gemeinschaftsräume und einen Speisesaal. Alle Bewohner bewegen sich frei in der Einrichtung. Mit Ausnahme geschlossener Einrichtungen, die auch der Sicherheitsverwahrung einiger Bewohner dienen. Das sind in der Regel straffällige Jugendliche, die nach dem Gefängnisaufenthalt noch nicht sofort in die Freiheit entlassen werden, weil von ihnen noch immer eine Gefahr für sich oder/und dem Gemeinwohl ausgeht.

Einrichtungen wie diese gibt es auch für Erwachsene. Teilweise sind die an Psychiatrien angeschlossen oder integriert.

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