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Wie mischt man blau? – Anleitung

Das Mischen von Farben will gelernt sein. Andererseits ist es keine Hexerei. Wichtig ist, dass man zunächst unterscheidet, welche Art von Farben man überhaupt mischen will. Bei Acrylfarben und bei Tempurafarben muss man bedenken, dass sie auf Wasserbasis funktionieren und Wasser ist an sich schon ein Aufheller. Anders sieht es mit Ölfarben oder mit Farbgranulaten aus; letztere sind zuerst aufzulösen, entweder mit Wasser oder mit Öl, je nachdem. Man geht von den drei Grundfarben blau, rot und gelb aus. Mischt man diese Grundfarben im richtigen Verhältnis, erhält man beinahe jede gewünschte Farbe – mit dem Richtigen Zusatz der „ubuntenen Farben“ schwarz und weiß. Die Grundfarben selbst kann man hingegen nicht einfach aus anderen Farben mischen, hier erhält man bestenfalls ein Ergebnis, das der jeweiligen Grundfarbe nahekommt, mehr nicht.

Inhaltsverzeichnis (bitte aufklappen)

Zudem sind Farben etwas zutiefst Subjektives; in der Philosophie des Geistes spricht man daher auch von Farberlebnissen. Denn was für dich ultramarinblau ist, muss noch nicht für mich auch so erscheinen. Was „blau“ ist, erlebt jeder etwas anders. Auch die Erziehung spielt hier keine kleine Rolle: Da sie im ewigen Schnee und Eis leben, können die Innuit in Grönland etwa locker zwischen mehr als 20 Weißtönen unterscheiden – es ist mitunter für ihr Überleben von entscheidender Bedeutung, an der Farbe des Schnees seine Stabilität erkennen zu können. Indigene Völker haben aufgrund ihrer erdgebundenen Lebensweise eine feinere Unterscheidung verschiedener Grundfarben. Kinder, deren Eltern besondere Sorgfalt auf die Unterscheidung vieler Farben gegeben haben, beweisen nach wenigen Monaten ein wesentlich ausgeprägteres Gespür selbst für kleinste Nuancen. So kann das Kind eines Künstlerehepaares mitunter spielend leicht zwischen Alice Blue und hellem Zyan unterscheiden oder zwischen Azurblau und Kornblumenblau.

Vorsicht!

Mischen Sie Ihre Farben aber immer unter Tageslicht, denn so erhalten Sie am ehesten ein „neutrales“ Ergebnis. Eine gelbe Glühbirne abends etwa kann die Farbe „blau“ so grün erscheinen lassen, dass Sie am nächsten Morgen kaum glauben können, blau gewählt zu haben.

Acrylblau

Mit der Farbe blau stehen wir vor dem Problem, dass es sich um eine Grundfarbe handelt. Sie ist also wie erwähnt nicht aus anderen Farben zu gewinnen. Daher wählen wir ein dunklees blau als Ausgangsfarbe, denn hier können wir mit weiß arbeiten – überhaupt sind weiß und schwarz hier so etwas wie eine Farbwage: Ist das Ergebnis zu hell, wird ein Quentchen schwarz beigemengt, ist es zu dunkel, hilft uns ein weißer Klecks weiter. Doch Geduld ist gefragt, denn auch hier gilt: Übung macht den Meister. Wenn das Ergebnis etwa zu hell ist, schwarz aber das Ergebnis zu leicht ins Dunkle kippen lässt, nehmen Sie Indigofarben hinzu. Sie dunkeln ebenfalls ab, aber ohne die gewünschte Farbe zu stark kippen zu lassen.

Fazit

Lassen Sie sich Zeit und verzweifeln Sie nicht, wenn Sie das gewünschte Ergebnis nicht schon beim ersten Versuch erzielt haben. Wenn Sie ein Gemisch wieder durch Beigabe anderer Farben verändern wollen, so gilt: Je mehr Farben Sie bereits verwendet haben, desto schwieriger ist es, den gewünschten Farbton zu treffen. Wenn Sie also merken, dass die Sache nicht recht will, beginnen Sie erneut. Nehmen Sie immer das Blau, das der Zielfarbe am nächsten zu kommen scheint, denn je näher die Grundfarbe, desto einfacher ist es in der Regel, die Zielfarbe zu erlangen.